<i>"The Name of Our Country is América" - Simon Bolivar</i> The Narco News Bulletin<br><small>Reporting on the War on Drugs and Democracy from Latin America
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Narco News Issue #42

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Worte von Delegado Zero in Magdalena de Kino, Sonora

Treffen mit den indigenen Völker der Tohono O’odham, Navajo und Cherokee


Von Subcomandante Insurgente Marcos
Andere Mexiko

26. Oktober 2006

Gut Compañeras und Compañeros: Zuallererst möchten wir der Monroy Familie dafür danken, dass sie die Sechste Kommission und die Compañeros von der Karawane empfangen, und uns hier aufgenommen haben, in … Rancho el Peñasco, ist das richtig? Danke, Compañeros und Compañeras. Und ich danke Ihnen allen, die sechs Stunden durchgehalten zu haben, die wir hier waren, und ich hoffe Sie können noch ein wenig Geduld für das aufbringen, was ich sagen werden.

Wir möchten insbesondere den traditionellen O’odham Autoritäten danken. Don José, Doña Ofelia – ich kann sie nicht mehr sehen – ist Doña Ofelia noch hier? Nein? Brenda? Doña Brenda? Sie ist auch nicht mehr hier, schade. Doña Alicia?

Tja, so läuft das mit uns. Die traditionellen Autoritäten sind weg, und wir sind hergekommen um ihnen zuzuhören, nicht wahr? Aber Don José ist noch hier, da ich ihm eine Botschaft von den indigenen zapatistischen Gemeinden an das Volk der Tohono O’odham bringen möchte, und auch an das Volk der Navajo und Cherokee.

Was der Compañero Anführer der Purépecha, Salvador, vom Nationalen Indigenen Kongress sagte, repräsentiert auch unsere Meinung. Die traditionelle O’odham Anführerin, Doña Ofelia, wies auf etwas hin, dass wir bereits in den Zeitungen gesehen haben. Diese Sache für die einige Leute hier werben, die Nationale Indigene Konvention, ist eine Lüge. Sie wird in Wirklichkeit von jemand geleitet, der unter Präsident Vicente Fox Regierungsbeamter war, und später arbeitslos wurde, und jetzt mit der Nationalen Indigenen Konvention involviert ist, die in Wirklichkeit eine Bewegung für die Unterstützung von López Obrador ist. Die Indigenen Völker interessieren sie überhaupt nicht.

Die Dokumente, die sie präsentieren, die diese Leute verteilen, erwähnen mit keinem Wort die San Andrés Verträge, die nicht nur das Blut und den Tod von Zapatisten gekostet haben, sondern auch den von mehr als 40 indigene Völker, Stämme und Nationen Mexikos, die diesen Kampf unterstützen. Wir schließen uns dem an was Doña Ofelia, traditionelle Autorität der O’odham, gesagt hat.

„ Wir sind Zapatisten. Wir leben in der letzten Ecke dieses Landes. Wir sind von Maya Wurzel. Wir Völker von Tzeltal, Tzotzil, Tojolabal, Chol, Zoque und Mam Wurzeln.“

„Und wenn wir mit andere indigene Völker sprechen, haben wir die Gewohnheit eine symbolische Sprache zu benutzen, mit Geschichten und Legenden. und wir werden davon Gebrauch machen, um unsere Botschaft an die O’odham, Navajos und Cherokees zu überbringen.“

Unsere ältesten Anführer sagen, dass als die Götter die Welt erschaffen haben, sie die ersten Männer und Frauen aus Mais erschufen, und ihnen ein Herz aus Mais gaben. Aber der Mais reichte nicht aus, und einige Männer und Frauen erhielten kein Herz. Und auch die Farbe der Erde reichte nicht ganz aus, also fingen sie an andere Farben zu suchen. Und da berührte das Herz des Maises die Menschen, die weiß, rot oder gelb waren. Deshalb gibt es jetzt Menschen, die zwar nicht die braune Farbe der Indigenas haben, aber ein Herz aus Mais haben, und deshalb mit uns sind.

Unsere Ältesten sagen, dass die Menschen, die kein Herz erhalten haben, sich später selbst darum kümmerten. Sie füllten die leere Stelle mit Geld auf, und ganz gleich welche Farbe diese Leute haben, ihre Herzen haben die grüne Farbe des Geldes.

Und unsere Ältesten sagen auch, dass das Land immer wieder versucht seine Kinder zu schützen, die Männer und Frauen aus Mais. Und dass eine Zeit kommt – dann, wenn die Nacht am schwersten ist – wenn das Land müde wird, und die Hilfe dieser Männer und Frauen braucht um leben zu können.

Sie brachten unsere Leute mit Krankheiten um, wir waren nahe dran auszusterben, genau wie das Volk der Kiliwa dabei ist zu verschwinden, ein paar hundert Kilometer von hier, von denen es nur noch 54 Familien gibt. Und von ihnen sprechen hier in Mexiko nur noch vier die Kiliwa Sprache.

Wir möchten der O’odham Nation und den Navajo sagen – ich weiß nicht ob Michelle noch hier ist? Nein, sie auch nicht, tja, wir können keine Nachricht schicken, ich hoffe jemand nimmt das auf, Verzeihung, Michelle.

Es war so, dass in unserem Land, unsere Anführer – ich bin nur ein Subcomandante, nicht der Anführer, meine Anführer sind Männer und Frauen wie Doña Ofelia, wie Don José, 100% Indigenas – mir die Aufgabe übertragen haben, gemeinsam mit anderen Compañeros, eine andere Arbeit auszuführen.

Wir waren bereits tot, und wurden dazu berufen Krieger zu werden, wie es unsere Legende erzählt. Und als wir tot waren, wurden wir zu dem was wir sind: Schatten. Und streng genommen, sind wir genau das: „Schattenkrieger, Krieger der Schatten.“

Und am 1. Januar 1994, erschien auf der Mauer einer Bank in San Cristóbal de las Casas eine Aufschrift, die wir dort gemalt hatten, die lautete: „Hier sind wir, die ewig Toten, erneut sterbend, aber nun um zu leben.“

Und das war die Botschaft, die wir dem Rest der Welt vermitteln wollten: dass man in diesem Land und auf diesem Planeten kämpfen und zum Sterben bereit sein muss, um überleben zu können.

In der Geschichte, die wir erzählen – oder die man uns auftrug Ihnen zu erzählen – hat uns das Land nach der spanischen Invasion beschützt; und sie ermöglichte es uns die nordamerikanische Invasion zu überleben und ihr Widerstand zu leisten und hielt uns am Leben. Und danach die Invasion des Geldes oder des großen Kapitals, und sie hielt uns am Leben als wir wegen denen von oben am Rande des Todes waren. Wenn Sie denken, dass die sich damit abfinden werden uns als Arme zu sehen, ohne Schulen, ohne medizinische Versorgung, dann irren Sie sich: sie wollen, dass wir vollständig verschwinden.

Jahrzehnte lang haben wir mit Krankheiten gelebt, ohne Schulbildung, den Boden abkratzend um ihm ein Ertrag abgewinnen zu können. Jetzt wollen sie auch noch dieses Land. Die Escalera Nautica wird das vollständige Verschwinden der Yoreme, der Mayo, Cucapá und Yaqui Völker von der gesamten Küste von Sinaloa, Sonora, Baja California und Baja Sur bedeuten, um für das Hotel- und Touristengewerbe Platz zu machen. Für die Yoreme, die Yaqui, die O’odham, die Cucupá und Kiliwa wird es von der Regierung nur Lügen geben.

Die Regierungen, und jene, die ihnen befehlen, wollen das Land haben um es in eine Ware zu verwandeln. Wenn wir das zulassen, wird dieses Land vernichtet werden. Und das Land, das uns beschützt hat, uns am Leben erhalten hat, wird ebenfalls sterben. Und wenn dieses Land und diese Welt sterben, wird es keinen Grund mehr geben zu kämpfen, oder zu leben, oder zu studieren.

Was wir hier vorschlagen ist, dass wir uns als indigene Völker verbünden müssen. Das Land stirbt gleicherweise auf dem Gebiet der O’odham, Navajo, Cherokee, Tzeltal, Tzotzil, Purépecha und Náhuatl, und wir müssen uns verbünden, aber nicht nur in Mexiko, sondern auf dem gesamten Kontinent.

Jene, die von oben, haben bereits Jahrhunderte lang bewiesen, dass sie lediglich die Erde zerstören. Es reicht jetzt. Wir müssen nun das Schicksal des Landes und seine Verteidigung in unsere eigenen Hände nehmen. Lassen Sie es keine Minute länger in die Hände der Reichen

Wir, jene mit der Farbe der Erde und den Herzen aus Mais, egal welcher Hautfarbe – wir müssen dies tun. Denn wenn wir es nicht tun, wir die ganze Welt verschwinden.

Den Reichen ist es egal was passiert. Das Gebiet der O’odham und Navajo ist nun ein Gebiet des Todes. Ihre Felder, der Ort an dem Ihre Kultur blüht, ist der Ort auf dem arme Mexikaner ermordet werden, Familien, die versuchen die Grenze zu überqueren. Die O’odham und Navajo Völker können das nicht zulassen. Sie wissen außerdem, dass sie unsere Länder in ihre Mülleimer verwandeln werden: wir sind ihre Müllhalden. Giftige und radioaktiv verseuchte Abfälle werden nicht in edle Wohngegenden abgeladen, nicht in New York oder Washington: sie landen auf Indianerland.

Und Land ist wie ein menschlicher Körper, man kann nicht in einen Körperteil Gift spritzen, ohne den Rest des Körpers zu beeinträchtigen. Sie denken, dass sie lediglich das Land der O’odham und Navajo vergiften werden. Aber sie werden alles vergiften und alles zerstören.

Wie der Compañero vom Nationalen Indigenen Kongress sagte: “Wir sind gekommen um Sie dazu einzuladen, die Regierung nicht zu bitten, sondern sie loszuwerden”. Nicht zu beten, dass die nordamerikanische und mexikanische Regierungen das Gebiet der O’odham respektieren mögen, das durch die Grenze getrennt ist. Und wir wissen, dass die Grenzlinie mitten durch das zeremonielle Zentrum Ihres Volkes verläuft. Wir wollen, dass diese Grenze verschwindet, damit die Völker der O’odham, Navajo und Cherokee wieder existieren, genau wie unsere Völker. Denn sie haben bereits bewiesen, dass sie diese Welt nicht führen und zu etwas Gutes bringen können. Das müssen wir tun, nicht nur für unsere indigenen Völker, sondern für die ganze Menschheit. Deshalb sagen wir, dass unser Kampf für die Menschheit und gegen den Neoliberalismus ist.

Wir möchten Sie einladen, dieser Bewegung beizutreten, die als die Andere Kampagne bezeichnet wird, damit die Geschichte der indigenen Völker der letzten hundert Jahren sich nicht wiederholt. Sie wird sich wiederholen, aber etwas wird anders sein.

In 1810 kämpften wir gegen die spanische Macht um unsere Unabhängigkeit; in 1919 gegen die Macht der Großgrundbesitzer. In 2010 – und schon lange davor – werden wir gegen die Macht des Geldes kämpfen. Aber anders als 200 und 100 Jahre zuvor, werden die indigenen Völker jetzt respektiert werden müssen. Es wird nicht wieder das gleiche passieren: dass ein anderer an die Macht kommt, und die indigenen Völker wieder verschwinden oder die gleiche Armut und Verachtung erleiden. Deshalb müssen wir uns als indigene Völker innerhalb der Anderen Kampagne unter uns formieren und unter uns Vereinbarungen treffen.

Jene, die oben sind, Compañeros und Compañeras von Sonora – Yaquis, Yoremes, Cucapás, O’odham – werden Sie nur belügen. Sie werden einen oder zwei von Ihnen kaufen, und sie mitnehmen – so wie jene, die gerade eben dieses Papier verteilt haben – um sie auf der ganzen Welt herumzuführen – aber Ihr Volk wird verschwinden.

Und Ihre Anführer werden sie sicher in Hotels einladen, oder zu diesen Konventionen, die die Politiker veranstalten, aber Ihr Volk wird verschwinden.

Und in den Zeitungen werden Fotos Ihrer Anführer erscheinen, aber die Müllhalden werden Ihr Land vergiften.

Und es wird viele Versammlungen und Erklärungen geben, aber unsere armen mexikanischen Männer und Frauen werden weiterhin auf das Land der Navajo oder der O’odham sterben. Diese Dinge werden sich nicht ändern, wenn wir denen von oben weiterhin glauben.

Und genau das wird die Regierung von Sonora tun, das werden Sie nach diesem Treffen sehen. Sie wird erklären, dass sie das indigene Problem lösen wird, sie wird Sie aufsuchen und Sie in die großen Hotels einladen; sie wird Ihnen gutes Essen spendieren und Ihnen Papiere zum Unterschreiben vorsetzen. Sie wird Ihnen ein wenig Unterstützung und ein paar Kredite geben. Aber nichts, absolut gar nichts wird sich auf Ihren Gebieten ändern.

Die San Andres Verträge, die die Übereinkunft von mehr als 40 indigenen Völker, Stämme, Nationen und Gemeinden in Mexiko repräsentieren, sagen etwas, das alle vergessen: dass indigene Gebiete indigen sind. Niemand darf etwas auf indigenem Gebiet tun, wenn die Gemeinde das nicht akzeptiert. Weder eine Müllhalde darauf stellen, noch ein Hotel, sie dürfen ohne die Erlaubnis der Autoritäten Ihr Gebiet noch nicht einmal betreten – was genau das ist, worüber sich Compañera Ofelia beklagt hat, und worüber wir uns ebenfalls beklagen.

Das ist es was wir überall sagen. Und in diesem Fall dachten wir, dass wir nur mit dem O’odham Volk sprechen würden, oder mit indigenen Völkern, aber wie gut, dass Sie aus vielen Orten gekommen sind. Ganz besonders die Leute, die auf der anderen Seite, in den Vereinigten Staaten kämpfen, ebenfalls mit den indigenen Völkern, und ebenfalls gegen diese Ungerechtigkeit, diesen Vernichtungskrieg der gegen die Undokumentierten geführt wird.

Vor einer kurzen Weile, auf dem Weg hierher, haben wir die Grenze überquert, hier in Sonoyta, wir haben die Grenze auf die andere Seite überquert und sind wieder zurückgekehrt, weil wir hierher kommen mussten. Aber wir haben die Weite der Wüste gesehen, und ich habe mir – wie alle Compañeros von der Karawane – vorgestellt, was es bedeuten musste, diese Wüste ohne Nahrung zu überqueren. Wenn man nicht in der Hitze oder Kälte umkommt, bringen einen die Minute Men um, oder die Rancher, oder die Biker, oder die Migra. Und niemand wird davon Kenntnis nehmen, nicht einmal die Universitätsstudien.

Wenn wir uns als indigene Völker nicht verbünden . . . Wir schlagen ein kontinentales Treffen aller indigenen Völker dieser Länder vor, im Oktober nächsten Jahres, wenn sich 515 Jahre seit der “Entdeckung” erfüllen. Es ist jetzt genug. 500 Jahre waren ausreichend um zu zeigen, dass sie nichts können.

Und wenn die Regierungen der Vereinigten Staaten oder von Mexiko uns nicht gesehen haben, als wir wenige waren, werden wir sehen, ob die Welt uns nicht sieht, wenn alle indigenen Völker dieses Kontinents – von Feuerland bis Alaska – zusammenkommen und anfangen von allen Ungerechtigkeiten und ihren Kämpfen zu berichten. Und dieses Treffen wird im Nordwesten Mexikos stattfinden, nahe der Grenze – die für uns nicht existiert – das heißt, nahe des Landes der O’odham, Navajo, Cherokee, Cucapá, Kiliwa, Yoreme und Yaqui, wo wir uns heute befinden. In einigen Tagen werden wir miteinander Vereinbarungen treffen und die Consultas vornehmen, vielleicht werden wir schon im nächsten Monat diesen Aufruf machen können, den wir vorschlagen.

Das ist mehr oder weniger das, was wir Ihnen sagen möchten. Ich hoffe sie werden diese Nachricht an die traditionellen Anführer weiterleiten können: Ofelia, Brenda, Alicia – Don José ist hier – Michelle: ich bitte Dich, dies auch an das Navajo Volk weiterzuleiten, die Compas des Cherokee Volkes sind.

Wir bitten Sie nur darum, sich untereinander direkt zu besprechen und eine Vereinbarung zu treffen. Wenn wir das nächste Mal kommen, werden meine Chefs herkommen, nicht ich. Sie haben mich vorausgeschickt um einen ersten Eindruck zu gewinnen. Ich werde mein Bericht abliefern und meine Vorgesetzten werden kommen, so wie es unsere Art ist.

Das wollten wir Ihnen sagen, Compañeros und Compañeras. Vielen Dank, gute Nacht.

Anmerkung: Bei dieser Rede sprach Subcomandante Marcos für die Anhänger der Otra von der “Anderen Seite” auch ein wenig English. Die Absätze, die sowohl auf Spanisch als auch auf English wiederholt wurden, sind mit „ vermerkt.

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